Mit der Einführung des Euro zum 01.01.2002 wird zwangsläufig Bewegung ins Preisgefüge des Immobilienmarktes kommen.
Diese aus logischen Erwägungen absehbare Entwicklung wird zwar nicht sofort greifen und ein gewisser Verzögerungseffekt zu verzeichnen sein, aber nach einiger Zeit wird sich das Niveau sicherlich spürbar heben.
Auch der spanische Einzelhandel sowie spanische Wirtschaftsfachleute sind sich in ihrer
Einschätzung einig, daß Preissteigerungen auch bei vergleichsweise billigen Verbrauchsgütern Einzug halten werden. Dies aus dem einfachen Grunde, weil bei ausschließlicher Festlegung der Preise in Euro z.B. ein Busticket statt 300 Ptas. sinnigerweise nicht 1,81 Euro kosten wird, sondern 2 Euro, da es naheliegender ist, auf- statt abzurunden.
Speziell für den Immobilienmarkt greift neben diesem Aspekt noch ein weiterer, nämlich ein psychologischer.
Bisher standen direkte Preisvergleiche Deutschland - Kanaren immer im Zeichen von Wechselkurs und irgendwelchen Millionenbeträgen in Peseten, alles reichlich abstrakt für den Käufer ebenso wie für den Verkäufer.
Nehmen wir folgendes Beispiel:
Ein in Reihenbauweise (etwa entsprechend der üblichen Urbanisationen auf den Inseln) erstellter Bungalow mit Patio (die schwer in Mode gekommenen sog. "Gartenhofhäuser") und ca. 100qm Wohnfläche ohne kanarisches Klima, ohne Meernähe und ohne Gemeinschaftseinrichtungen wie Pool etc. kostet in einer deutschen Kleinstadt neu und unmöbliert ca. DM 400.000, entsprechend 205.128 € .
Das entsprechende Pendant auf einer der größeren Inseln mit o.g. "Extras", evtl. nicht gänzlich gleichwertiger Bausubstanz, dafür aber zumindest ganz oder teilmöbliert dürfte im Inselschnitt etwa mit höchstens 23.000.000 pts. zu Buche schlagen, das sind 138.554 €.
Ergebnis: auf den Kanaren müßten nur 2/3 des deutschen Vergleichswertes investiert werden, trotz erheblich besserer Lebensqualität und trotz langfristig schneller steigendem Wiederverkaufswert.
Warum war das bislang so?
1. 23 Mio. hören sich sehr viel mehr an als 400.000.
Simpel, aber wahr.
2. bisher wurde immer davon ausgegangen, daß "die da" sowieso in DM zahlen und bewerten, das Preisniveau ohnehin ein völlig anderes ist.
Ist es aber nach 2002 nicht mehr! Europa rückt näher zusammen und mit definitiver Einführung der einheitlichen Währung wurde nunmehr auch eine fundierte und gleichermaßen verbindliche sowie einheitliche Bewertungsgrundlage geschaffen.
3. direkte Vergleiche wurden nie oder äußerst selten angestellt.
Dies dürfte sich jedoch rasch ändern und jeder Verkäufer, jeder Makler wird die o.g. Argumentation so bald wie möglich in sein Geschäftskonzept übernehmen, denn mit solchen Zahlen läßt sich ungleich besser hantieren und überzeugen.
Fazit:
Neben den hinreichend bekannten Gründen der stetigen Preissteigerungen am kanarischen Immobilienmarkt wird die verbindliche Einführung des EURO ebenfalls dazu beitragen, die Preise nach oben schnellen zu lassen.
Ein Wort noch allgemein zum EURO:
Infolge der Umstellung sollte man Immobiliengeschäfte bzw. Überweisungen auf RA-Anderkonten, Anderkonten von Notaren bzw. Konten des Verkäufers nicht innerhalb der 1. beiden Januarwochen 2002 tätigen.
Generell empfielt sich, vorausschauend schon zum jetzigen Zeitpunkt Kaufverträge, Provisionsverträge, Traspasovereinbarungen usw. in EURO und nicht in DM oder Peseten zu formulieren, auch wenn die Zahlungsziele vor dem 31.12.01 liegen.
Abseits der Immo-Thematik: Bis zum 28.02.02 kann in Geschäften auf den Kanaren, die noch nicht auf EURO umgestellt haben, in Peseten bezahlt werden. Das Wechselgeld erhalten sie in der Regel in EURO.
Die Landeszentralbanken in Deutschland tauschen Banknoten (KEINE Münzen!) aus EU-Ländern noch kostenlos bis zum 31.03.2002.
Weitere Infos zum Zahlungs- und Wechselprocedere um die Jahreswende sowie Hinweise und Tipps finden Sie in Kürze auf unseren Seiten "Kanaren für Insider".
Stand: April 2001 |